Steinkreuze, Düpe 1

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Standort:

Düpe 1

Quellenhinweis:

Dr. Bernhard Riese und Dr. Bernd Riese, Kreuze und Bilder im Kirchspiel Füchtorf
Verlag Krimphoff Sassenberg Oktober 1992
Karl Zuhorn, Die Füchtorder Steinkreuze, Warendorfer Blätter für Orts- und Heimatskunde, 12/1907 Seite 46

Denkmalliste:

Denkmalliste Sassenberg Nr. 28

Die ältesten Kreuze in unserem Dorf sind die niederen Steinkreuze in der Düpe. Sie stehen etwa 500 Meter südlich unseres Dorfes, am Rande der alten Siedlung „Düpe". Das Wort „Düpe" bedeutet Taufe. Es ist naheliegend, daß zwischen dieser Flurbezeichnung und den beiden niederen Steinkreuzen Zusammenhänge bestanden. Vielleicht kennzeichneten sie dereinst im Anschluß an die heidnische „Lohkultstätte" den ersten christlichen Versammlungsort, an welchem Taufen und Gottesdienste stattfanden. Sicher aber bedeuteten diese altersgrauen, verwitterten Steinkreuze unseren Vorfahren Einiges, sonst hätten sie die langen Jahrhunderte nicht überlebt und genössen bei der Bevölkerung nicht heute noch ein besonderes Ansehen. Wilhelm Zuhorn berichtete 1907 in den Warendorfer Blättern für Orts- und Heimatkunde: „Beide Kreuze sind schon verschiedene Male wenngleich nicht erheblich versetzt. Bei ihrer ersten Ausgrabung soll man nichts unter ihnen gefunden haben wie Torfasche, die dort den ganzen Boden unter der Humusschicht bedeckt." Sie standen einst an dem alten Landweg nach Warendorf, an der Abzweigung eines Feldweges nach Vinnenberg am Rande des Wegedreiecks.
Beide Füchtorfer Steinkreuze sind aus Laerer Bruchstein. Sie dürften ursprünglich, als sie mit dem aufragenden Balken noch in einem Sockelstein standen, eine Hohe von 1,80 m gehabt haben. Der Querbalken des größeren Kreuzes mißt 1,38 m, der des kleineren 0,80 m.
Stellen wir uns neben den beiden vorhandenen Füchtorfer Steinkreuzen noch ein drittes vor, wovon die Überlieferung berichtet, so ergibt sich eine Dreikreuzgruppe, wie man sie in unserer Zeit auf den sogenannten Kalvarienbergen nach Art der drei Kreuze auf Golgatha anlegt.
Ihre frühchristliche Bedeutung ist sicher. Ebenso sicher ist, daß sie im kirchlichen Leben irgendeine Rolle gespielt haben. Da sie in der Flur Düpe von unseren Vorfahren erstellt sind, liegt es nahe, daß hier in den ersten christlichen Jahrhunderten getauft wurde. Mit letzter Sicherheit werden wir nie mehr erfahren, welchem Grund die niederen Steinkreuze in der Düpe ihre Entstehung verdanken. Immerhin sind sie die ältesten Kreuze in unserem Heimatdorf. 1990 wurde das kleinere Kreuz, da es in der Hecke ganz zugewachsen war, dem größeren zugesellt. In einer kleinen gärtnerischen Anlage zeugen sie jetzt wieder vereint von dem jahrhundertalten christlichen Glauben unserer Vorfahren.